Newsletter im Browser anzeigen

Deutscher Hauswirtschaftsrat

Infor­mationen zum Haus­wirtschafts­kongress 2019

Newsletter 4. April 2019

Liebe Mitglieder des Deutschen Haus­wirtschafts­rates und interessierte an der Hauswirtschaft,

am 23. und 24. September 2019 richtet der Deutsche Haus­wirtschaftsrat in Kooperation mit haus­wirtschaftlichen Fach-und Berufsverbänden den ersten Haus­wirtschafts­kongress im Evangelisches Johannesstift in Berlin Spandau aus. Die Veranstaltung steht unter dem Motto:

„Wandel nachhaltig gestalten“
Agenda 2030: für uns – mit uns

Sie erhalten heute den ersten von sechs News­lettern, in denen wir Ihnen das Programm des Haus­wirtschafts­kongresses und den Tagungsort näher vorstellen möchten. Darüber hinaus möchten wir auf allgemeine Themen zur Nachhaltigkeit eingehen. Wenn Sie auch zukünftig die Newsletter erhalten möchten, können Sie sich hier anmelden. Selbst­verständlich können Sie jederzeit den Newsletter auch wieder abbestellen.

Themen

→ Unser Veranstaltungs­ort: das Evangelische Johannes­stift in Berlin Spandau.
Die Agenda 2030. Die „17 Ziele für nachhaltige Entwicklung“ der Vereinten Nationen.
Der Kongress wird sich auf die folgenden SDGs konzentrieren:
3 - Gesundheit und Wohlergehen,
4 - Hochwertige Bildung,
5 - Geschlechtergerechtigkeit,
12 - Nachhaltiger Konsum und Produktion.
Workshop A4: Das bewirkt Haus­wirtschaft!
Workshop B3: Nachhaltigkeit in der Gemeinschafts­verpflegung

Das Evangelische Johannes­stift

Der Haus­wirtschafts­kongress wird im Evangelischen Johannes­stift an der Schönwalder Allee 26 in Berlin Spandau stattfinden. Das rund 75 Hektar große Gelände liegt nah am Spandauer Forst und lässt vergessen, das Berlin eine hektische Großstadt ist.
Das Johannes­stift hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Gegründet wurde es im Jahr 1858 in einem Wohnhaus in Berlin-Moabit. Zwischen den Jahren 1865 bis 1910 wurde der Standort nach Plötzen­see verlegt. Die 34 neuen Gebäude in Berlin-Spandau wurden 1910 bezogen. Damals wie heute bildet das Johannesstift eine kleine Stadt in der Stadt. Sowohl Wohn- und Verwaltungs­gebäude, handwerkliche Betriebe, Einkaufs­möglichkeiten als auch ein Versammlungsort, Ziergärten und eine Badeanstalt waren vorhanden. Heute leben 1.600 Menschen auf dem Gelände. Neben Miethäusern, Krankenhaus, Gärtnerei, Seniorenzentrum, Diakonie­station und einer evangelischen Schule, befinden sich eine Kindertagesstätte, Hotel, Restaurant, Café und Friseur sowie ein kleiner Lebensmittel­laden auf dem Areal. Bereits 1910 war das Stift mit einer Straßenbahn­linie angeschlossen und verfügte mit elektrischem Licht und einer Telefonanlage über modernste Technik. Heute fährt der Bus M45 bis an den Eingangsbereich. Im Mittelpunkt des Johannesstifts steht die Stiftskirche. Hinter der Kirche liegt der Festsaal, der für den Haus­wirtschafts­kongress gemietet wurde.

Festsaal im Johannesstift

Festsaal im Johannesstift

Vom Info-Pavillion, an dem Sie einen Plan von dem Stiftungs­gelände erhalten können, führt eine Allee zur Kirche. Der große Festsaal dahinter ist nicht zu übersehen.

Alle Informationen zum Festsaal einschließlich Grundriss können Sie als PDF-Datei runterladen.

Die Agenda 2030

Die „17 Ziele für nachhaltige Entwicklung“ der Vereinten Nationen
(Engl: Sustainable Development Goals [SDGs])

Die Grundlagen für die Agenda 2030 wurden bereits im Juni 1992 gelegt, wo im brasilianischen Rio de Janeiro mehr als 178 Länder die Agenda 21 annahmen. Dabei handelt es sich um einen umfassenden Maßnahmenplan, mit dem das Leben der Menschen verbessert und die Umwelt geschützt werden sollten.
Im Jahr 2015 wurde die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung von allen Mitglieds­staaten der Vereinten Nationen verabschiedet, in deren Mittelpunkt die 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung stehen. Ziel der Agenda 2030 ist den Frieden und Wohlstand für die Menschen und den Planeten zu sichern, heute und in der Zukunft. Die verabredeten Ziele reichen damit weit über den reinen Umwelt­schutz hinaus. Die Ziele im Einzelnen:

1) Keine Armut
2) Kein Hunger
3) Gesundheit und Wohl­ergehen
4) Hochwertige Bildung
5) Geschlechter­gleichheit
6) Sauberes Wasser und Sanitär­einrich­tungen
7) Bezahlbare und saubere Energie
8) Menschen­würdige Arbeit und Wirtschafts­wachstum
9) Industrie, Innovation und Infra­struktur
10) Weniger Ungleich­heiten
11) Nachhaltige Städte und Gemeinden
12) Nachhaltige/r Konsum und Produktion
13) Maßnahmen zum Klima­schutz
14) Leben unter Wasser
15) Leben an Land
16) Frieden und Gerechtig­keit und starke Institutionen
17) Partner­schaft zur Erreichung der Ziele

Der Kongress wird sich auf die folgenden SDGs konzentrieren:

Gesundheit und WohlergehenEs soll weltweit eine gute Gesundheits­versorgung für alle Menschen geschaffen werden. Viele Krankheiten lassen sich heute behandeln oder es ist möglich mit Impfungen vorzubeugen. Trotzdem sterben Menschen an heilbaren Krankheiten, weil sie keinen Zugang zu ärztlicher Versorgung haben, oder weil sie sich die Behandlung nicht leisten können. Weltweit leben 39 Prozent der Bevölkerung ohne Kranken­versicherung. In Deutschland wird geschätzt, dass 80.000 bis mehrere 100.000 Menschen keine Kranken­versicherung haben (Quelle Tagesschau). Das ist ein Argument für sozialversicherungs­pflichtige Beschäftigungs­verhältnisse. Weltweit sollen bis zum Jahr 2030 durch die Stärkung der Gesundheitssysteme und breite Verfügbarkeit von Impfstoffen Krankheiten zurückgedrängt bzw. beseitigt werden. Die Hauswirtschaft leistet einen wichtigen Beitrag zur Gesundheits­versorgung. So garantieren die Einhaltung der Qualitäts­standards der DGE für Gemeinschafts­gastronomie eine ausgewogene und gesunde Ernährung. Dabei berücksichtigt die Hauswirtschaft die Bedürfnisse besonderer Zielgruppen und geht auf die Esskultur und Ernährungsstile der Menschen ein.
Der Workshop A4: Das bewirkt Hauswirtschaft! zeigt auf, wie Hauswirtschaft die Gesundheit und das Wohl­ergehen bei Menschen mit Demenz nachhaltig fördern und aktivieren kann (Verweis auf Beschreibung unten).

Hochwertige BildungHochwertige Bildung ist die Voraussetzung dafür, die eigene Situation zu verbessern am kulturellen Leben teilzunehmen und für eigene Rechte einzusetzen. Ohne die Fähigkeit zu lesen und zu schreiben besteht kein oder nur ein unzureichender Zugang zu Bildung. Laut dem Bundes­ministerium für Bildung und Forschung können in Deutschland rund 7,5 Millionen Menschen nicht richtig lesen und schreiben (Quelle BMBF). Es ist ein erklärtes Ziel, den Analphabetismus weltweit zu bekämpfen. Niedrigschwellige Bildungs­angebote erleichtern auch Alphabetisierungs­maßnahmen und helfen Arbeitslosigkeit vorzubeugen. Die Hauswirtschaft trägt mit ihrer Fachlichkeit zur Ernährungs- und Verbraucher­bildung der Bevölkerung bei. Damit hauswirtschaftliche Fachkräfte auch zukünftig berufliche Heraus­forderungen wie die Digitalisierung meistern können, ist ein zukunftweisendes Fort- und Weiterbildungs­angebot wichtig.
Ein Workshop zu dem Nachhaltigkeitsziel ist der Workshop A3: Hauswirtschaftliche Qualifikationen für übermorgen.

GeschlechtergerechtigkeitFrauen werden in vielen Teilen der Welt benachteiligt und haben weniger Rechte als Männer. Sie sind häufiger Analphabeten und viele Mädchen und Frauen sind Opfer von Gewalt. Darüber hinaus sterben jedes Jahr Frauen durch Komplikationen in der Schwanger­schaft oder der Geburt. In Deutschland verdienten Frauen im Jahr 2018 mit einem durchschnittlichen Brutto­stunden­verdienst von 17,09 Euro Euro 21 % weniger als Männer (Quelle Statistisches Bundesamt). Für eine Gesellschaft ist es wichtig, dass Männer und Frauen die gleichen Rechte haben und ihre Talente voll entfalten können. Haushaltsnahen Dienstleistungen erleichtern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und tragen dazu bei, die Lohnlücke zu verkleinern, indem sie Frauen eine Vollzeitbeschäftigung ermöglicht. Damit sich auch zukünftig junge Menschen für den Beruf der Haus­wirtschafterin/des Haus­wirtschafters entscheiden, müssen die Sorgeberufe, speziell der Hauswirtschaft aufgewertet werden.
Zwei Workshops werden die Geschlechter­gerechtigkeit in den Fokus nehmen: Workshop A2 Sorgeberufe: notwendig, zukunftsfähig, attraktiv. Die Forderungen des zweiten Gleich­stellungs­berichtes umsetzen.
Workshop A5 Professionalisierung der Hauswirtschaft als Beitrag zur (nachhaltigen) rechtlichen Gleichstellung der Frau: gestern - heute - morgen.

Nachhaltiger Konsum und ProduktionIn den meisten Ländern dieser Erde werden weitaus mehr Ressourcen verbraucht, als vorhanden sind. Der Earth Overshoot Day markiert den Tag, an dem alle Ressourcen erschöpft sind, die auf der Erde in einem Jahr erneuert werden können. Dieser fiel im Jahr 2017 auf den 2. August 2017. Würden alle Menschen weltweit so leben wie in Deutschland, bräuchten wir im Jahr 3,2 Erden (Quelle: Overshoot Day). Damit auch spätere Generationen auf diesem Planeten leben können, müssen die Menschen insbesondere in den Industrie­nationen ihren Konsum zurück­schrauben und die Produktions­weise ändern. Das kann nur gelingen, wenn wir unsere Lebens­weise ändern. Zur Etablierung und Förderung eines nachhaltigen Lebensstils ist hauswirtschaftliches Fachwissen eine Kernkompetenz. So müssen zukünftig Prozessketten von der Beschaffung über Produktion bis zum Konsum bis hin zur Entsorgung nachhaltig gestaltet werden. Die Workshops aus dem Themenkreis B werden sich unter anderem mit der Nachhaltigkeit in Konsum und Produktion in haus­wirtschaftlichen Dienst­leistungs­betrieben und Privat­haushalten befassen.

Um die Handlungs­möglichkeiten in verschiedenen haus­wirtschaftlichen Handlungs­feldern zu konkretisieren und damit einen Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 in Deutschland zu leisten haben Sie beim Haus­wirtschafts­kongress die Gelegenheit an einem von neun Workshops teilzunehmen. In diesem und den folgenden Newslettern stellen wir die Workshops vor.

Workshop A4: Das bewirkt Hauswirtschaft!

Gesundheit und Wohlergehen bei Menschen mit Demenz nachhaltig fördern und aktivieren.

Moderation:
Martina Feulner H wie Haus­wirtschaft. Bildung-Beratung-Supervision
Ralf Roland Oberle apetito catering B.V. & Co. KG

Beschreibung:
Wenn es um die Ergebnis­qualität in der Versorgung und Betreuung von Menschen mit Demenz geht. sind Gesundheit und Wohlergehen wichtige Dimensionen. Genau hier setzt die fördernde und aktivierende Alltagsbegleitung der Hauswirtschaft an. In Beziehung zu gehen und zu kommunizieren sind dabei zentrale Wirkfaktoren, die in der Hauswirtschaft auf besondere Art und Weise zum Tragen kommen. In der Hauswirtschaft bestehen aufgabenbedingt viele Möglichkeiten der nachhaltigen Förderung und Aktivierung, die sichtbar zu machen sind. Wie es gelingt Gesundheit und Wohlergehen im hauswirtschaftlichen Handeln gezielt zu fördern und zu unterstützen zeigt der Workshop. Er zeigt auch auf, wie diese Wirkungen im Pflegestrukturmodell zu dokumentieren sind.
Der Workshop startet mit einem kurzen Input zum Thema: Blick auf die Ergebnisse und Wirkungen von haus­wirtschaftlichen Dienst­leistungen bei Menschen mit Demenz. Erläuterung der Nachhaltigkeitsaspekte durch die fördernde und aktivierende Alltagsbegleitung. Unter Einbezug der Teilnehmer­Innen werden Beispiele aus der Praxis zusammengetragen und die Wirkfaktoren der Hauswirtschaft herausgearbeitet. Hierbei ist der Experten­standard Beziehungsgestaltung in der Pflege bei Menschen mit Demenz ein wichtiger Rahmen. Ein weiterer Blick geht auf das Strukturmodell der Pflege und die Bedeutung der hauswirtschaftlichen Dienst­leistungen in der Strukturierten Informations­sammlung (SIS) und der Entwicklung von individuellen Maßnahmen zum Wohlergehen der Menschen mit Demenz.

Literatur zur Einstimmung:
Deutsche Gesellschaft für Haus­wirtschaft (Hrsg.): Hauswirtschaftliche Betreuung – Das Handlungs­konzept der alltags­integrierten Förderung und Aktivierung in seiner Bedeutung für das Profil der Profession Haus­wirtschaft und für die Berufe der Haus­wirtschaft, Rheine 2019
DNQP: Expertenstandard Beziehungsgestaltung in der Pflege mit Menschen mit Demenz, Osnabrück 2018
Elisabeth Leicht-Eckard, Zahncreme auf Spaghetti: Sinn und Sinnlichkeit in der Alltags­gestaltung von Menschen mit Demenz, München 2017 ISBN 978-3-95409-040-2

Workshop B3: Nachhaltigkeit in der Gemeinschafts­verpflegung

Referenten:
Rainer Herrmann Geschäfts­führer m2m-Systems Würzburg
Christine Röger Mitarbeiterin des Kompetenz­zentrums für Ernährung (Kern) Kulmbach
Xenia Romadina Beraterin für nachhaltige Wirtschaftsweise in der Gemein­schafts­gastronomie IN VIA Akademie gGmbH Paderborn
Prof. Dr. Nina Langen, Technische Universität Berlin Manon Lange-Wagner Akademie­leitung IN VIA Akademie / Meinwerk-Institut gGmbH Paderborn

Beschreibung:
In diesem Workshop werden interessante Praxis­projekte vorgestellt, die Anregungen geben für mehr Nachhaltigkeit in der Gemeinschafts­verpflegung. Prozesse, Mitarbeitende und Tisch­gäste werden dabei in Blick genommen.

Fünf Themen­schwerpunkte werden in Kurzvorträgen präsentiert und anschließend mit den TeilnehmerInnen des Workshops diskutiert:

  • Digitalisierung in der Groß­küche an Beispielen wie Prozess­überwachung, Energie Monitoring-Systeme, Verbrauchs­mengenerfassung und Hygiene­kontrollen.
  • Energie­effiziente Küche (Enkü)E ein Projekt zur Ermittlung von Einspar­potentialen beim Ressourcen­verbrauch in der Lebensmittel­wertschöpfungs­kette.
  • Ökologische Hauswirtschaft in der Gemeinschafts­verpflegung. In diesem Projekt wurde für die Entwicklung und Durchführung der Weiter­bildungen ein Ansatz entwickelt, der die umfangreichen Prozesse in der Großküche systematisch erfasst, um realistische Maßnahmen identifizieren und umsetzen zu können.
  • Qualifizierung von MultiplikatorInnen für ökologisches Hauswirtschaften. Hier werden die Teilnehmende zu Berater/Beraterinnen für nachhaltige Wirtschaftsweise in der Gemeinschafts­gastronomie qualifiziert. Diese Weiterbildung bietet vor allem Träger­verbünden die Möglichkeit, die Küchen in ihren verschiedenen Häusern nachhaltig aufzustellen.
  • NAHGAST- Projekt ausgewählte Themen: Entwicklung eines Leitbilds für eine nachhaltige Außer-Haus Verpflegung, die Entwicklung von integrierten Methoden zur Messung und Bewertung von Speisen­angeboten in den Dimensionen Ökologie, Soziales und Gesundheit sowie Ansatzpunkte für nachhaltiges Produzieren und Konsumieren in der Außer-Haus-Gastronomie.

Literatur zur Einstimmung:
Über das Projekt Ökologische Hauswirtschaft in der Gemeinschafts­verpflegung
P. Teitscheid; N. Langen; M Speck; H. Rohn; (Hrsg) Nachhaltig außer Haus essen Oekom Verlag ISBN 978-3-96238-063

Links

Freuen Sie sich auf den Branchen­treff und ein buntes und interessantes Programm: Dazu gehören Vorträge, eine Podiums­diskussion, eine Posterausstellung sowie die Ausstellung unserer Sponsoren. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen neun Workshops. In diesem und den folgenden Newslettern sollen die einzelnen Workshops vorgestellt werden.

Startseite Haus­wirtschafts­kongress 2019

Anmeldung zum Kongress

Impressum

Deutscher Haus­wirtschafts­rat e. V.

Charlotten­straße 16
10117 Berlin
Telefon: 0160 - 93391732

E-Mail: post@hauswirtschaftsrat.de
Internet: www.hauswirtschaftsrat.de

Vereins­register-Nr.: VR 35629 B beim Amts­gericht Berlin-Charlotten­burg.
Steuernummer: 27/663/64083

Ver­tretungs­berechtigter Vorstand

Dorothea Simpfen­dörfer-Triesch­mann (Präsidentin )
Wilma Losemann (Vize­präsidentin)
Urte Paaßen (Vize­präsidentin)


Newsletter abbestellen